„hidden secrets“

29. deutscher Nachwuchswettbewerb für Edelstein- und Schmuckgestaltung Idar-Oberstein 2017

DAS THEMA:

„hidden secrets"

Im Vordergrund stand die Edelsteingestaltung.
Erlaubt waren ungefasste Edelsteine, der Edelstein im Schmuckstück,
das Edelsteinobjekt und die Edelsteinskulptur.
Die Verwendung von Synthesen war zugelassen.



   1. PREIS: FABIAN JOHANNES KADDICK
MÜNCHEN, URKUNDE UND 1500 EURO

Edelsteinobjekt aus Achat, Rubin, Bergkristall, vergoldetem und oxidiertem Silber und Blattgold 

Keinen Zweifel ließ die Jury daran, dass es sich bei der mit „hidden secret Bergwerk“ überschriebenen Wettbewerbsarbeit um die beste Arbeit des diesjährigen Nachwuchswettbewerbes handelt. Die Jury war von der Idee begeistert, die Geschichte Idar-Obersteins in einem liebevoll und hand-werklich überzeugend gestalteten kleinen Edelsteinobjekt darzustellen. Jurymitglied Dr. Heide Rezepa-Zabel brachte es begeistert auf den Punkt: „Das Thema selbst ist als Geschichte umgesetzt, als Miniatur. Es erzählt sich selbst und das ist interessant und spannend zugleich.“ Jurykollege Robert Bentley war insbesondere von der magischen und geheimnisvollen Wirkung des Objekts begeistert. Der Preisträger selbst erläutert seine fantasievolle und zugleich handwerklich filigran gefertigte Arbeit so: „Das „hidden secret“ wurde passend zur Geschichte Idar-Obersteins angefertigt. So wurde der Stollen aus einem Achat als Hommage an die früheren Achatstollen Idar-Obersteins gestaltet. Sowohl die vergoldete Tür als auch das Ende einer Leiter, deren letzte Sprosse sich gerade noch dem Tageslicht zeigt, lassen den Betrachter bereits vermuten, dass sich im Inneren der Skulptur etwas Besonderes verstecken muss. Das Geheimnis lässt sich durch Öffnen der Türe lüften. Es offenbart sich das „hidden secret“. So findet man sich in einer Szene des Edelsteinabbaus inmitten eines Stollens wieder. Durch eine mit Blattgold und Bergkristall beladene Lore fühlt sich der Betrachter unmittelbar in das Geschehen versetzt. Zwei Leitern führen entlang der steilen Wände nach oben an das Ende des Stollens und ans Tageslicht.“ Die Jury, die von der symbolträchtigen und romantisch anmutenden Inszenierung des gestellten Wettbewerbsthemas überzeugt war, entschied einstimmig.

   2. PREIS: NICO BARON, LEISEL, URKUNDE UND 1000 EURO

Edelsteinkombination aus Citrin und Bergkristall 

Eine „sehr interessante und zeitgemäße Idee, bei der die geforderte Edelsteingestaltung kom-promisslos umgesetzt“ wurde, steht laut Jurymitglied Robert Kunz im Mittelpunkt dieser auch handwerklich überzeugenden Wettbewerbsarbeit. Zwei perfekt geschliffene Edelsteine verschmelzen durch ihre architektonische Zusammenfügung, wodurch eine fabelhafte Lichtwirkung und ein schier grenzenloses Repertoire an Lichtreflektionen den Betrachter in seinen Bann ziehen. „Der Stein“, so der Preisträger, „wirkt als Einheit, obwohl er aus zwei Teilen besteht. Wenn man den Stein betrachtet, stellt sich die Frage, wie es möglich ist, den Stein so zu facettieren. Dies ist das Geheimnis: Zwei perfekt geschliffene Teile werden zusammengefügt und bilden so eine Einheit.“ Die Jury war von der minimalistischen Materialauswahl, mit der dennoch eine überwältigende optische Wirkung erzielt wird, sehr ange-tan und entschied einstimmig. 

 

   3. PREIS: SILVIA BELLIA, IDAR-OBERSTEIN,URKUNDE UND 500 EURO 

Ring und Anhängerschmuck aus Silber, Bergkristall, blauem Chalzedon, Cacholong und Ölfarbe  

Mit „the iceberg theory“ hat die Preisträgerin ihre Wettbewerbsarbeiten überschrieben. Eine perfekte und zugleich faszinierende Kombination der verwendeten Materialien überzeugte die Jury, die das gestellte Wettbewerbsthema in „inspirierender und überaus schlüssiger Weise“ umgesetzt sieht. Ihre eigene Inspiration zu dieser außergewöhnlichen Wettbewerbsarbeit fand die Preisträgerin in Sigmund Freuds „Eisbergtheorie“, die das Verhältnis zwischen Bewusstem und Unbewusstem mit dem Bild eines Eisbergs erklärt. Philosophisch und zugleich tiefgründig erläutert sie, dass das Bewusste als Spitze des Eisbergs sichtbar aus dem Wasser herausragt. Das Unbewusste wiederum wird durch den weitaus größeren, unter der Wasseroberfläche befindlichen Teil des Eisberges symbolisiert. Dieser wichtigste Teil ist wie beim Eisberg nicht sichtbar. Die Jury, die auch die große Individualität, Kreativität und kompromisslose Formensprache honorierte, entschied auch hier einstimmig. 

 

   BELOBIGUNG:

JOSEPHIN DOEPNER, DORTMUND, URKUNDE UND 250 EURO

Collier aus Gelbgold mit Oregon-Sunstone 

„Captured sunset“ hat die Preisträgerin ihr Collier genannt, bei dem ein geheimnisvoller und in einem Käfig gefangener Edelstein im Mittelpunkt steht und bei dem die Jury das gestellte Wettbewerbsthema vortrefflich umgesetzt sah. „Das Gitter um den Edelstein herum schließt diesen ein und lässt ihn so unerreichbar mystisch wirken. Durch die eingesetzten Flächen in manchen Teilen des Gitters ist der Stein nur je nach Bewegung und Blickwinkel ganz zu sehen. Er blitzt nur zwischen den einzelnen Elementen auf und man muss zweimal hinschauen, um alles zu erkennen. Der Stein zeigt, dass auch nicht auf den ersten Blick sichtbare Dinge eine besondere Faszination ausüben und man näher herankommen und genauer hinschauen muss, um ihre ganze Schönheit zu erfassen“, so die Beschreibung der Preisträgerin. Die Jury entschied bei dieser auch handwerklich überzeugend umgesetzten und gut tragbaren Arbeit einstimmig. 

   BELOBIGUNG:

ANNA-MARIA SÖLLNER, BONN, URKUNDE UND 250 EURO

Edelsteinobjekt aus Silber mit Amethyst, Citrin,
Peridot sowie synthetischem roten Spinell und synthetischem Blautopas 

„Regenbogen-Farbschloss“ hat die Preisträgerin ihre raffinierte und reizvolle Arbeit genannt. „Eine farbenfrohe und sowohl von der optischen Wirkung als auch der handwerklichen Umsetzung überzeugende Wettbewerbsarbeit“, resümierte Jurymitglied Stefanie Mändlein. Auf dem Vorhängeschloss befinden sich fünf unterschiedlich große und mit Farbedelsteinen besetzte drehbare Kreisringe. Stellt man an der eingefeilten Stelle den Farbcode Rot-Gelb-Blau-Lila ein, so springt der Schließbügel hoch und das Schloss öffnet sich. „Ein Schloss schützt Geheimnisse. Oftmals sind nicht nur die Geheimnisse versteckt, sondern auch die Schließmechanismen und Schlüssel, um sie zu lüften“, so die Erläuterung der Preisträgerin zu ihrer Wettbewerbsarbeit. „Diese Arbeit fesselt, lädt zum spielerischen Umgang ein und überzeugt durch ein harmonisches Zusammenspiel der verwendeten Materialien“ lautete das einstimmige Urteil der Jury.

   BELOBIGUNG:

 LEA ÜBEL, OBERHOSENBACH, URKUNDE UND 250 EURO

Edelsteinherz aus rekonstruierter Koralle und Onyx 

Eine gelungene Visualisierung des gestellten Wettbewerbsthemas mit einer hohen Symbolkraft bei gleichzeitiger minimalistischer und delikater Materialauswahl steht bei dieser Wettbewerbsarbeit im Mittelpunkt. „Sehr raffiniert gemacht, von der Farbkombination her überzeugend und hochwertig verarbeitet“, lautete das Urteil der Jury. Die Preisträgerin hat ihr Edelsteinobjekt „Secret heart“ genannt und bemerkt hierzu: „Unser Herz verbirgt Geheimnisse, die wir nicht immer ans Tages-licht treten lassen. Wie ein Schloss gibt es Momente im Leben, in denen sich unser Herz öffnet oder aber Dinge verschlossen hält. Das Rot zeigt unser gefühlvolles Herz und das Schwarz des Schlüssellochs zeigt die ewige Tiefe. Du entscheidest, wann es sich öffnet, um Gefühle preiszugeben. Es schenkt dir ein Leben mit vielen Gefühlen, was dich zuweilen auch Achterbahn fahren lässt. Nicht jedes Geheimnis bleibt ein Geheimnis, aber manchmal bleibt es für immer verborgen, tief in deinem ‚Secret heart‘.“ Die Jury entschied auch hier einstimmig.