„It's a kind of magic“

47. Deutscher Schmuck- und Edelsteinpreis

LICHTBLICK FOTO DESIGN, H. CULLMANN, SCHWOLLEN, MODEL ANN-KRISTIN QUINT

DAS THEMA:

„It's a kind of magic“

Verlangt wurde ein Schmuckstück aus Edelmetall und Edelsteinen. Perlen durften nur in Verbindung mit Edelsteinen verwendet werden. Die Verwendung von Synthesen war nicht zugelassen. Erstmals in der Geschichte des Deutschen Schmuck- und Edelsteinpreises wurde in diesem Jahr der 1. Preis doppelt vergeben – bei gleichzeitigem Wegfall des 2. Preises.

 






   1. PREIS: CLAUDIA ADAM UND JÖRG STOFFEL 
STIPSHAUSEN, URKUNDE UND 3250 EURO

Anhängerschmuck aus Bergkristall,Feingold und Golddraht

Nach Ansicht der begeisterten Jury ist dieser Anhängerschmuck aus Gold und fast zufällig angeordnet wirkenden Bergkristallwürfeln mit seinen verborgenen Feingoldflächen „magisch“. Die handwerklich herausragende Kombination der transparenten Bergkristallwürfel mit den im Inneren versteckten warmen und leuchtenden Goldflächen überzeugt durch die überaus schwierige Beschränkung auf das Wesentliche – oder wie es Jury-Mitglied Myles Mindham formulierte: „Simplicity is very difficult to do“. Unter vortrefflicher Ausnutzung der Lichtbrechung und der Reflexionen der Bergkristallwürfel entstehen – je nach Betrachtungswinkel – schier grenzenlose Licht- und Reflexionsspiele, wie in einem optischen Irrgarten. Die Preisträger, denen eine gleichermaßen poesievolle wie auch ästhetische Auseinandersetzung mit dem Wettbewerbsthema gelungen ist, haben die magischen Lichtreflexionen in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt: „Der filigrane Golddraht wird mit der Zeit unumgänglichen Veränderungen wie Biegungen, Verdrehungen, Windungen und Krümmungen ausgesetzt und somit wird die den Anhänger tragende Person in das Wechselspiel von Licht und Raum mit eingebunden.“ Nach Auffassung der Jury geht von dieser sehr zeitgemäßen Wettbewerbsarbeit eine besondere Faszination und harmonische Balance der verwendeten Materialien aus. Die Jury entschied einstimmig. 

 

   1. PREIS:
 
HARALD CONRAD, SIESBACH, URKUNDE UND 3250 EURO 

Armreif aus teils geschwärztem Silber, teils weißgesiedet, Brillanten und Edelstahldrähten

Mit „Natural Magic“ hat der Preisträger seine ebenso aufwendig wie auch handwerklich vortrefflich gestaltete Wettbewerbsarbeit überschrieben. „In der Magie gibt es eine dunkle und eine helle Seite. Das Schmuckstück zeigt die Gegensätzlichkeit in Symbolik und Farbe. Die Rabenschädel mit den individuellen keltischen Gravuren stehen klassisch für die schwarze Kraft; als Gegenpol die helle Blüte für die weiße Energie“, lautet die kurze Beschreibung des Preisträgers zu seiner archaisch und teilweise fast bedrohlich wirkenden Wettbewerbsarbeit. „Wir haben hier ein dramatisches Bühnenstück“, urteilte Jurorin Deborah Sasson beeindruckt. „Es wäre der perfekte Anfang von der Königin der Nacht. Es ist einfach toll gemacht, mit sehr viel Liebe zum Detail, und zugleich eine sehr interessante Mischung aus schwarzer Magie, in deren Mitte sich ein Hoffnungsstrahl weißer Magie befindet.“ Eine handwerklich perfekte und zugleich mystische Arbeit mit einer ungeheuren Symbolkraft und einer kaum zu überbietenden Liebe zum Detail, ein wahrhaft magischer Armreif, der aus einer anderen Zeit und einer anderen Welt stammen könnte. „Phänomenal“, lautete auf den Punkt gebracht das einstimmige Urteil der Jury. 

 

   3. PREIS:
 
LLYN L. STRELAU, CALGARY, ALBERTA, KANADA, URKUNDE UND 1500 EURO

Collier aus Gelb- und Weißgold mit weißen und schwarzen Diamanten, Opal, Amethyst, Mandarin-Granat, Tansanit, Rubellit und Peridot  

Dieses Stück bewegt sich handwerklich auf allerhöchstem Niveau und fasziniert insbesondere dadurch, dass man die fünf zentral angeordneten Farbedelsteine bewegen kann, wodurch immer neue optische Eindrücke entstehen. Die vortreffliche Auswahl großer, leuchtender Edelsteine unterstreicht die optischen Metamorphosen dieser symbolkräftigen, eleganten und zugleich lebendigen Arbeit, bei der die Form des Pentagramms im Fokus steht. Der Preisträger verweist darauf, dass das Pentagramm seit jeher ein sowohl mystisches als auch religiöses Symbol ist und es für die fünf Elemente Geist, Wasser, Luft, Erde und Feuer steht. Die in dem Schmuckstück verwendeten schwarzen Diamanten verkörpern dabei sowohl die Summe aller Farben als auch das Fehlen von Licht. Die fast radialsymmetrisch gleichsam auf Schienen angeordneten weißen Diamanten symbolisieren die Reinheit der Farben und das Licht. Das Opal-Auge in der Mitte des Pentagramms wiederum gibt das gesamte Farbspektrum der fünf im Mittelpunkt stehenden Edelsteine wieder. Der große Amethyst steht für den Geist, der Mandarin-Granat für das Feuer, der Tansanit für das Wasser, der Rubellit für die Luft sowie schließlich der Peridot für die Erde. „Außergewöhnlich in Farbe, Konzeption, handwerklich vorzüglich umgesetzt, betörend in der Wirkung und zugleich gut tragbar“, lautete das Fazit der Jury, die einstimmig entschied.

   BELOBIGUNG:

YEONKYUNG KIM, SEOUL, SÜDKOREA,URKUNDE UND 500 EURO

 Anhängerschmuck aus Bergkristall und Silber

Die hexagonale Struktur eines kraftvollen Bergkristalls steht im Mittelpunkt dieses Anhängerschmucks. Auf der Rückseite hat die Preisträgerin eine negative Linie auf eine asymmetrische Facette graviert, um die Fläche besonders zu betonen. „Die gravierte Linie spiegelt sich in den polierten Facetten, die in dem dreidimensionalen Bergkristall zu fliegen scheinen. Hierdurch kann der Betrachter die Welt des Kristalls neu erleben und entdecken“, erläutert die Preisträgerin. Geradezu „spektakulär“ fand die Jury den Umgang mit dem Stein, der eine magische Wirkung auf den Betrachter hat. Das „matte Schwarz nimmt sich vollends zurück und stellt den perfekt geschliffenen Stein in den Mittelpunkt der Betrachtung“. Die Jury, die auch von der gelungenen handwerklichen Inszenierung des Wettbewerbsthemas, der Dreidimensionalität und der optischen Tiefenwirkung der Arbeit begeistert war, entschied einstimmig. 

   BELOBIGUNG:

SONJA KREIS, NIEDERWÖRRESBACH, URKUNDE UND 500 EURO

 Ring aus Roségold mit Oregon-Sunstone und Brillanten

Die „Magie der Liebe“ ist für die Preisträgerin „A kind of magic“. Die Jury befand, dass es sich bei diesem handwerklich perfekten „Eye-Catcher-Ring“ um ein wirkliches Kunstwerk handelt. Er lebt vom Licht, welches seine Pracht, seine Vielfalt und das Geheimnisvolle, das in ihm und in seiner Umrandung steckt, erst offenbart. Der Juror Myles Mindham hob insbesondere die „exquisite und imperiale Kombination der verwendeten Materialien“ hervor. Seine Jury-Kollegin Karina Ratzlaff aus Pforzheim lobte die „wunderbar weichen Formen, die Eleganz und gute Tragbarkeit des Rings.“ „Das magische Feuer der Liebe, getragen von dem warmen Orange-rot des Oregon-Sunstones, spiegelt sich im ganzen Ring wider“, so die Preisträgerin. Die Funken der Leidenschaft glühen, brennen gar, hervorgerufen durch die lichtreflektierenden Kupferblättchen im Stein, wobei die wellenartige Gestaltung der Ringschiene und der -schale die intensiv wallende Magie der Liebe symbolisiert.“ Die Jury entschied einstimmig.

   BELOBIGUNG:

JANINE EVELYN RALL, KEMPTEN, URKUNDE UND 500 EURO

 Collier aus Weiß- und Rotgold, geschwärztem Silbersowie fluoreszierenden Diamanten und Rubinen  

„Into the light – Stardust“ hat die Preisträgerin ihr Collier genannt, das nach Auffassung der Jury an einen leuchtenden Sternenhimmel erinnert und bei dem das gestellte Wettbewerbsthema hervorragend umgesetzt wurde. Die Jury honorierte insbesondere die sehr gute Tragbarkeit des Schmuckstücks, von dem eine „wunderbare optische Ausstrahlung und bezaubernde Wirkung“ ausgeht und das die unendlichen Weiten des Sternenhimmels symbolisiert. „Magic“ fand die Jury auch das gelungene Spiel mit der Fluoreszenz der verwendeten Edelsteine, die die Preisträgerin in den Mittelpunkt ihrer Arbeit gestellt hat: „Alle Steine weisen eine starke Leuchtkraft in den Farben Blau, Grünlich, Orangerot und Pinkrot auf, welche bei ultraviolettem Licht sichtbar wird. So erscheint das elegante Collier unter entsprechender Beleuchtung wie ein glühender Sternenregen am Nachthimmel.“ Die Jury entschied einstimmig.