„changing colors“

30. deutscher Nachwuchswettbewerb für Edelstein- und Schmuckgestaltung Idar-Oberstein 2017

DAS THEMA:

„changing colors"

Verlangt wurde ein Schmuckstück mit Edelsteinen.
Perlen durften nur in Verbindung mit Edelsteinen verwendet werden.
Die Verwendung von Synthesen war zugelassen. 



   1. PREIS: EKATERINA TRISTAN
DARMSTADT, URKUNDE UND 1500 EURO

Anhänger mit Kette aus Silber und Gelbgold mit Amethyst und Chalzedon

Bei diesem handwerklich überzeugenden und gut tragbaren Anhängerschmuck handelt es sich nach dem einstimmigen Votum der Jury um die beste Arbeit des diesjährigen Nachwuchswettbewerbes. Jury-Mitglied Martin Julier war nicht nur von der technischen Umsetzung des gestellten Wettbewerbsthemas mittels eines Drehmechanismus und einer verspie­gelten Fläche, sondern auch von der Farbauswahl von Amethyst und Chalzedon sowie den sich daraus ergebenden fließenden Farbeffekten begeistert. Die Preisträgerin erläutert ihre Arbeit, bei der die verwendeten Materialien in einen bezaubernden Dialog treten, so: „In einer doppelseitigen Edelstein­fassung schweben ein Amethyst und ein meerblauer Chalzedon über einer hochglanzpolierten Schale aus Silber, in der sich die Farbe des jeweiligen Edelsteins spiegelt. Drückt man den geschwärzten Knopf herunter, lässt sich die Fassung drehen und rastet in einer von vier verfügbaren Positionen wieder ein. Auf den ersten Blick dominiert der nach vorne gerichtete Edelstein das Stück, doch es dauert nicht lange, bis sich dem Betrachter die raffinierte Design-Entscheidung dahinter offenbart. In der Schale reflektiert sich die Farbe des rückwärtigen Edelsteins und bietet dem vorderen Edelstein so die ganze Bühne. Das kühle und ruhige Blau des Chalzedons wird umrahmt vom lebhaften Violett des Amethysts und dem warmen Gold der ihn umgebenden Stäbchen. Andersherum schwebt der Amethyst scheinbar im Licht, wenn die Schale hinter ihm in der hellen Farbe des Chalzedons aufleuchtet. Die wohldurchdachte Konstruktion lenkt die Aufmerksamkeit des Betrachters auf den verborgenen Teil des Stücks. So ruft es uns in Erinnerung, dass wir das Wesentliche nicht immer sofort erkennen. Nur durch geduldige Beobachtung eröffnet sich uns das wahre Wesen der Dinge“, so die tiefgründigen Anmerkungen der Preisträgerin zu ihrer Arbeit. Die Jury entschied einstimmig. 

   2. PREIS: ALEX WELSCH, IDAR-OBERSTEIN, URKUNDE UND 1000 EURO

Anhänger aus blauem und violettem synthetischen Korund, Silber und Lederhalskette mit Silberverschluss

Bei dem gestellten Wettbewerbsthema „changing colors“ fiel die Wahl des Preisträgers schnell auf die Farbe seines Lieblingssteins Tansanit. „Er ist mal blau, er kann aber auch seine violette Seite zeigen“. Mit den beiden verwen­deten synthetischen Edelsteinen sollen das faszinierende Farbspiel des Tansanits und seine „mehreren Gesichter“,
je nachdem, wie man ihn gegen das Licht hält, dargestellt werden. Jury-Mitglied Carola Paul war von der Idee des Sichtbarmachens eines farbwechselnden Edelsteins be­geistert. Die Jury honorierte zudem die klaren Linien, das faszinierende Farbspiel der Facetten dieser Wettbewerbs­arbeit mit ihrer minimalistischen Materialauswahl, bei der das gestellte Thema auch in der Edelsteinbearbeitung handwerklich perfekt auf den Punkt gebracht und visualisiert wurde. Die Jury entschied bei dieser modernen und durch eine klare Formensprache bestechenden Arbeit mit großer Stimmenmehrheit. 

 

   3. PREIS: NICOLE MOHRHARDT, KONSTANZ,URKUNDE UND 500 EURO 

Collier aus Silber und Gelbgold mit Turmalinen

Jury-Mitglied Christoph Keilmann lobte bei diesem handwerklich perfekt gefertigten Collier den „sehr schönen kreativen künstlerischen Ansatz, bei dem der Farbwechsel in der Natur poesievoll symbolisiert und beschrieben wird“. Die Wettbewerbsarbeit soll, so die Preisträgerin, einen japa­nischen Kirschblütenbaum darstellen. Auf den massiven Stämmen befinden sich in filigranen Krappenfassungen verschiedenfarbige Turmalinblätter und -blüten, deren unterschiedliche Farben für den natürlichen Farbwechsel während der Jahreszeiten stehen. Leuchtend grün im Frühjahr bis zu dunkel-gelbgrün im Sommer zeigt sich das Laub des Baumes. Im Herbst wechseln die Farben von leuchtend orange bis zu dunkelbraun und im Winter schließlich fallen alle Blätter vom Baum herab. „Wir sollten uns alle darüber bewusst sein, dass wir ohne die Natur nicht existieren könnten und dass es eher fünf nach zwölf als fünf vor zwölf ist“, mahnt die Preisträgerin mit ihrer Wettbewerbsarbeit, der die Jury mit großer Stimmen­mehrheit den 3. Preis zusprach. 

 

   BELOBIGUNG:

SOPHIE KUNZ, BUHLENBERG, URKUNDE UND 250 EURO

Anhängerschmuck aus Silber, Bergkristall und Folie mit thermochromen Liquidkristallen

„Farbgefühle“ hat die Preisträgerin ihre Arbeit genannt, die durch einen reduzierten Einsatz der verwendeten Mate­rialien besticht. Bei der jugendlich frischen und zugleich symbolkräftigen Umsetzung des Wettbewerbsthemas „changing colors“ verwendete sie eine Folie aus thermochromen Liquidkristallen. „Mein Grundgedanke“, so die Preisträgerin, „war es, Gefühle in Farben auszudrücken.“ Über einem in einer Silberronde befindlichen Muster befindet sich eine Linsenkonstruktion aus Bergkristall, die einige Abschnitte des Musters nach außen spiegelt. Auf der Rückseite des Anhängers ist die auf der Haut aufliegende Folie auf­gebracht, die sich je nach Körpertemperatur verändert. Jury-Mitglied Frank Frühauf war von der Idee begeistert, Gefühlslagen, die sich in unterschiedlichen Körpertempe­raturen zeigen, in einem Schmuckstück mit wechselnden Farben zu visualisieren. Die Jury, die auch die handwerkliche Gestaltung überzeugte, entschied einstimmig. 

   BELOBIGUNG:

ULRIKE NIEWIADOMA, JENA, URKUNDE UND 250 EURO

Collier aus Rot- und Weißgold mit Smaragd,
Opal und Edelstahl 

„Das ist Egon“ sagt die Preisträgerin über das Chamäleon, das im Mittelpunkt eines handwerklich aufwendig und zugleich perfekt gefertigten Colliers steht und mit dem das gestellte Wettbewerbsthema „changing colors“ nicht zuletzt durch das prächtige Farbenspiel des verwendeten Opals vortrefflich umgesetzt wurde. Jury-Mitglied Viola überzeugte die Gesamtform des Chamäleons. „Man kann es in der Hand halten, es tut gut, es berührt die Augen und die Form ist in sich geschlossen.“ Jury-Kollegin Anna-Lena Hollfelder hob zudem „den ästhetisch reizvollen Verlauf der Goldtöne des Chamäleons“ und die fabelhaft in die Goldoberfläche gravierte Reptilienhaut positiv hervor. Auch die gute Tragbarkeit und das harmonische Zusammenspiel der verwendeten Materialen sowie der schmückende Charakter dieses ausgereiften Colliers wurden von der Jury, die einstimmig entschied, honoriert.