„different faces“

49. Deutscher Schmuck- und Edelsteinpreis

DAS THEMA:

„different faces“ 

Verlangt wurde ein Schmuckstück aus Edelmetall und Edelsteinen. Perlen durften nur in Verbindung mit Edelsteinen verwendet werden. Die Verwendung von Synthesen war nicht zugelassen. 

 

 






   1. PREIS: CARSTEN KISSNER 
SCHWETZINGEN, URKUNDE UND 4000 EURO

 

Halsschmuck oder Armband aus Rot-, Rosé- und Gelbgold, Platin, Brillanten sowie einem Spiralcollier aus Edelstahl

Bei diesem handwerklich vortrefflich gefertigten Schmuckstück, das sowohl als Armband als auch als Halsschmuck tragbar ist, handelt es sich nach einhelliger Meinung der Jury um die beste Arbeit des diesjährigen Hauptwettbewerbes. „Für meine ‚different faces‘ möchte ich einen Schmuck wie ein Chamäleon. Avantgardistisch und prachtvoll zugleich. Sowohl technisch als auch feminin. Etwas, das sich verwandeln und sich an mich und meine Stimmung anpassen kann, am besten noch am gleichen Abend“, beschreibt der Preisträger seine Gedanken zur Wettbewerbsarbeit. Jury-Mitglied Carola Paul war voll des Lobes: „Handwerklich eine gran­diose Arbeit. Bis ins kleinste Detail perfekt ausgearbeitet, ins­besondere was die Verbindungen des Schmuckstückes angeht. Sowohl von der Goldschmiedekunst als auch von der Schmuckgestaltung her gesehen der verdiente erste Platz.“ Jury-Kollegin Viola ergänzte: „Für mich erfüllt dieses fantasievolle Schmuckstück jedes Kriterium der Ausschreibung. Das Wandelbare, die Tragbarkeit als Armreif oder als Halsschmuck, begeistert mich. Die Arbeit erinnert mich an die Panzerschuppen eines Reptils oder auch die eines Insekts. Die Assoziation mit einem Tier hat etwas Geheimnisvolles, das Stück schmiegt sich an den Körper an und hat eine wunderbare optische Wirkung“. Auch dass es sich nach unten verjüngt und schier unbegrenzte Interpretationsmöglichkeiten eröffnet, überzeugte die Jury, die einstimmig entschied. 

 

   2. PREIS:
 
BERNADETT KING, ZWIESEL, URKUNDE UND 2500 EURO 

Halskette aus Silber, teils geschwärzt, mit schwarzen Diamanten und Nylonfaden

„Same same but different – ganz gleich und doch anders“ hat die Preisträgerin ihre filigrane Halskette überschrieben und damit geistreich den Bezug zum gestellten Wettbewerbsthema hergestellt. „Durch verschie­dene Oberflächenbearbeitung der einzelnen Glieder wird eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen Menschen dargestellt. Wie jedes Gesicht seine ­eigenen Merkmale besitzt, so sind auch die Kettenglieder einzigartig. Im Inneren sind wir aber doch alle gleich: Wir alle empfinden Freude, Trauer, Liebe, Schmerz und Glückseligkeit, symbolisiert durch den kleinen schwarzen Diamanten in der Mitte.“ Jury-Mitglied Christoph Keilmann war von dieser eher einfach wirkenden Wettbewerbsarbeit, die sich für den Betrachter erst auf den zweiten Blick erschließt und „unglaublich ­viele raffinierte Details offenbart und ganz viele Gesichter zeigt“, begeistert. Es handele sich „um einen sehr sinnlichen Halsschmuck mit einer vordergründigen Schlichtheit, einer faszinierenden Zartheit und Leichtigkeit“. Die Jury entschied mit großer Stimmenmehrheit. 

 

   3. PREIS:
 
CLAUDIA ADAM UND JÖRG STOFFEL, STIPSHAUSEN, URKUNDE UND 1500 EURO

Collier aus Turmalinquarz, Weiß- und Gelbgold, Weißgold-Platinlegierung und Edelstahl

„Die Sinnlichkeit des Edelsteins, Transparenz mit zarten ­Turmalinnadeln, matter, diffuser Gold- und Platinschimmer, Räumlichkeit und Reflexion, Skulptur und Schmuckstück, ­Statik und Bewegung“ stehen nach eigenem Bekunden der Preisträger als charakterisierende Schlagworte im Mittelpunkt ihrer handwerklich perfekt gestalteten Wettbewerbs­arbeit zum Thema „different faces“. Jury-Mitglied Martin ­Julier lobte die symbolträchtige Umsetzung des Wettbewerbsthemas sowie den besonderen Reiz im „Spiel mit den zwei Seilen“. Honoriert wurden zudem die harmonische Kombination und Balance der verwendeten Materialien, die gelungenen Proportionen ­sowie eine klare und architek­tonisch anmutende Formen­sprache, die dem Betrachter ­immer neue und außergewöhn­liche Betrachtungsperspek­tiven eröffnet. Auch das gestellte Wettbewerbsthema sahen die Juroren mit einer perfekten und effektvollen Edelsteinbearbeitung vortrefflich umgesetzt und entschieden mit großer Stimmenmehrheit.  

   BELOBIGUNG:

HARALD CONRAD, SIESBACH,URKUNDE UND 500 EURO

Objekt beziehungsweise tragbarer Halsschmuck bestehend aus Silber, Blattgold und geschwärztem Silber mit Onyx, Türkisen und Katzenaugen

Ein Schmuckstück beziehungsweise Objekt mit großer Präsenz, handwerklich nicht zu übertreffen und überaus aufwendig gestaltet, ein kleines Kunstwerk, das ­Kulturen und Leben zeigt. Eines der wenigen Schmuckstücke, das tatsächlich ­Gesichter ab­bildet, deren Zusammenspiel aber perfekt inszeniert ist. Dabei ist das fast archaisch anmutende Schmuckstück gut tragbar“, lautete das Urteil der Jury. „Nichts ist indi­vidueller als das menschliche Gesicht. Es ist so einzigartig wie die ­Persönlichkeit mit einer Vielzahl von Merkmalen, die selbst nach dem Tod erkennbar sind. Geprägt von Abstammung, Alter, Lebenserfahrungen und äußeren Ein­flüssen erzählt jedes Gesicht seine ganz eigene Geschichte“, beschreibt der Preis­träger seine Arbeit. Die Jury entschied einstimmig.

   BELOBIGUNG:

ANNESUSE RAQUET, SULZBACHTAL, URKUNDE UND 500 EURO

Collier aus Augenachat, Ammonit, Koralle, Karneolkette und vergoldetem Silber

„Wechselspiel“ hat die Preisträgerin ihre dekorative Arbeit betitelt, bei der Wechselschließen eine zentrale Rolle spielen. „Spiel mit mir und ändere mein ­Aussehen. Egal wie du mich trägst, ich schmücke dich. Dein Dekolleté bietet Platz für ‚millions to wear‘? Dann nimm doch den 370 Millionen Jahre alten Ammoniten und kom­biniere ihn mit der kreidezeitlichen Koralle. Welche Seite inspiriert dich heute mehr? Die ­solltest du auch anderen zeigen. Nicht lang, nicht bunt genug? Macht nichts, es gibt ja noch den Augenachat. Klick ihn einfach dazwischen“ – so die pfiffige „Gebrauchs­­anweisung“ der Preisträgerin zu ihrer Wettbewerbsarbeit. Die Jury honorierte die ­„verschiedenen Gesichter der Zeit“, die sich in den verwendeten Materialien des ­Colliers widerspiegeln, sowie die vielfältigen und überraschenden Kom­bina­tions­möglichkeiten, womit zugleich das Wettbewerbsthema „different faces“ ­her­vor­ragend umgesetzt wurde. Die Jury entschied mit großer Stimmenmehrheit. 

   BELOBIGUNG:

ANDREA SOHNE, IDAR-OBERSTEIN, URKUNDE UND 500 EURO

Zwei Silberringe mit spindelförmigem Lagenachat und Rauchquarz 

„Ein Ring aus Silber enthält einen spindelförmigen Lagenachat, der mit stilisierten Profilen graviert wurde. Die unterschiedliche Farbgebung erzeugt einen harten, kühlen Eindruck. Das Gegenstück, ebenfalls aus Silber, enthält einen Rauchquarz graviert mit zarten Frauengesichtern. Beide Ringe symbolisieren die Männlichkeit und Weiblichkeit und die Gegensätzlichkeit, die das Leben so spannend macht“, so die Erläuterung der Preisträgerin. Jury-Mitglied Anna-Lena Hollfelder lobte die gute Tragbarkeit dieser beiden gravierten „Rollringe“, deren vortrefflich verarbeitete Edelsteine beweglich sind und zum spielerischen Umgang einladen. Jury-Kollege Martin Julier wiederum hob die konzeptionell gelungene Umsetzung des gestellten Wettbewerbsthemas mit der bewussten Anlehnung der Preisträgerin an antike Rollsiegel positiv hervor. Die Jury entschied auch hier mit großer Stimmenmehrheit.