"Mein Talisman"

37. Deutscher Nachwuchswettbewerb für Edelstein- und Schmuckgestaltung

DAS THEMA:

„Mein Talisman"

Auch beim Nachwuchswettbewerb waren sowohl die Edelsteingestaltung als auch die Gestaltung eines Schmuckstücks mit Edelsteinen erlaubt. Somit waren ungefasste Edelsteine, der Edelstein im Schmuckstück, das Edelsteinobjekt und die Edelsteinskulptur zugelassen. Die Verwendung von Synthesen war möglich. Perlen durften nur in Verbindung mit Edelsteinen verwendet werden.

 

 

 

 

 

 


   1. PREIS: GLORIA FORAT,FOHREN-LINDEN

URKUNDE UND 1500 EURO

Auszubildende bei der Fa. Hans Peter Lorenz & Söhne OHG

Anhängerschmuck aus Bergkristall und Silber

„Hoffnungsflügel“ hat die Preisträgerin ihre Wettbewerbsarbeit betitelt, bei der es sich nach Ansicht der Jury um die beste Arbeit des diesjährigen Nachwuchswettbewerbs handelt. “Ich habe“ – so die poetischen Gedanken zur Arbeit – „den Bergkristall bewusst gewählt, weil er mich an Wolken erinnert, die leicht, ruhig und grenzenlos sind. Auf dem Kristall schwebt ein Engelsflügel, der die Fassung durchbricht und sich in die Freiheit erhebt. Passend dazu habe ich das Wort „Libertas“ eingraviert, das lateinische Wort für Freiheit. Auf der Silberfassung befinden sich außerdem eingravierte Noten. Sie stehen für die Musik, denn wenn ich Geige spiele, fühle ich mich frei. Die Noten stammen aus dem Lied “von guten Mächten wunderbar geborgen“, das als Gedicht von Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer stammt, der wusste, dass er sein Leben verliert und dennoch die Hoffnung nicht verlor. Die Juroren Gesa Hufmann und Michael Seubert waren sich einig: „Das Thema ist wunderbar getroffen, ein Talisman, den man ständig bei sich tragen kann. Auch die Hoffnungsflügel und die dazugehörige Story einer Verbindung von Freiheit, Musik, Wärme, Hoffnung und innerer Stärke, die zu einem Symbol des Talisman wird, hat uns überzeugt.“ Die Jury entschied mit großer Stimmenmehrheit.

 

   2. PREIS: LUCA SONNENTAG, WALDSTETTEN

URKUNDE UND 1000 EURO

Ohrclips-Schmuck aus Palladium-Weißgold, Titan, Verdelith, Apatit, Rhodolith und Tansanit

„Mein Talisman - Was die Augen bewahren“, hat der Preisträger seine Arbeit überschrieben, zu der Juror Scott Wempe voller Hochachtung feststellt: „Die Ohrstecker sind architektonisch wirklich etwas ganz Besonderes, bei denen der Fokus auch auf die optische Wirkung ganz unterschiedlicher Edelsteine in einer sehr gelungenen Farbkombination gesetzt wird. Sehr, sehr spannend, toll tragbar und in ihrem farbigen aber doch monochromen Look auch als ‚Daily Wear-Schmuckstück‘ überzeugend.“ Der Preisträger selbst beschreibt seine handwerklich perfekte Wettbewerbsarbeit tiefgründig und philosophisch: „Die beiden Ohrclips beschäftigen sich mit Hoffnung und Enttäuschung, zwei Zuständen, die einander widersprechen, aber dennoch untrennbar verbunden sind. Denn nur wer hofft, kann enttäuscht werden. Gleichzeitig entsteht neue Hoffnung oft genau dort, wo zuvor Enttäuschung erfahren wurde. Beide Emotionen bedingen aneinander und gehören zu Menschen ebenso wie zur Fähigkeit, offen, wach und verletzlich zu bleiben. Enttäuschung wird so nicht zum Verlust, sondern auch zum Auflösen einer Täuschung. Als Talisman verstanden sollen die Stücke deshalb nicht vor schwierigen Erfahrungen schützen. Sie erinnern vielmehr daran, wach zu bleiben, offen für Nähe, Veränderung und Hoffnung, selbst dort, wo Verletzlichkeit entsteht. Denn vielleicht liegt genau darin eine Form von innerer Stärke. Obwohl die Ohrclipse gegensätzliche Emotionen darstellen, tragen beide exakt das gleiche Gewicht.“ Die Jury entschied mit großer Stimmenmehrheit.

 

 

 

 

   3. PREIS: LENA ZWINGENBERGER, IDAR-OBERSTEIN

URKUNDE UND 500 EURO 

Anhängerschmuck aus Silber, Smaragd, Pink Turmalin, Bergkristall, Perlmutt, diversen Synthesen sowie Ölfarbe

„Des Engels Auge“ hat die Preisträgerin ihren persönlichen Talisman genannt. „Ein wirklich sehr schöner Talisman, handwerklich extrem anspruchsvoll gearbeitet, insbesondere bei der Brüchigkeit von Perlmutt in Kombination mit dem klaren Bergkristall. Eine tolle Idee und ein Stück mit einem wahnsinnigen Farbenspiel und das Auge in der Mitte, womit das Wettbewerbsthema toll umgesetzt wurde“, befand Juror Scott Wempe. Die Preisträgerin zu ihrer Wettbewerbsarbeit: „Ein Engel kann jede Gestalt tragen. Manch einer sieht in ihm undeutliche Formen aus Licht, ein anderer erkennt ihn als kleines Kind mit Flügeln. Mein Engel jedoch offenbart sich als Auge, umfangen von sechs dunklen Flügeln. Seine Flügel wurden aus zwei Tripletten erschaffen. Bergkristall bildet ihre klare Hülle, schwarzes Perlmutt ihre schimmernde Seele. So ruhen sie zu beiden Seiten des Körpers, drei Flügel links, drei Flügel rechts. In dem Stück begegnen sich Dunkelheit und Helligkeit, nicht als Gegensätze, sondern als zwei zusammengehörige Teile eines Ganzen. In der Mitte sind auf beiden Seiten Augen graviert. Mein Engel hat jede Gefahr im Blick. Er ist kein Bote fremder Mächte, kein Sinnbild eines Glaubens, sondern nur ein Wesen aus Stein, Silber und Fantasie.“ Die Jury entschied mit großer Stimmenmehrheit.

 

 

 

 

   BELOBIGUNG:

ANGELINA ROTH, IDAR-OBERSTEIN

URKUNDE UND 250 EURO

Charivari-Kette aus Silber, Bergkristall, grünem und blauem Achat, Onyx, Rosenquarz, Sphalerit und Jaspis

„Mein Talismans ist eine Charivari-Kette“, erläutert die Preisträgerin ihre Wettbewerbsarbeit zu der Dr. Heide Rezepa-Zabel lobend feststellte: „Eine Charivari-Kette in einen Talisman umzudeuten ist eine tolle Idee, sehr gut tragbar, insbesondere für ein junges Publikum und mit einer durchdachten Symbolik.“
Die Preisträgerin ergänzt: „An der Charivari–Kette, die seitlich an der Hose getragen werden kann, hängen mehrere Anhänger, die alle eine besondere Bedeutung haben und für Glück stehen, wie z.B. Hufeisen, Glücksschwein und 1-Pfennig-Münze. In der Mitte befindet sich ein grünes Kleeblatt aus Achat, in dessen Mitte ein Bergkristall-Cabochon eingefasst ist. Als bekanntes Glückssymbol bildet das vierblättrige Kleeblatt den Mittelpunkt meiner Kette. Zusammen sollen mir die Symbole Glück, Schutz und positive Energie bringen und mich im Alltag begleiten. Die Jury entschied einstimmig.

 

 

 

   BELOBIGUNG:

ALINE STANEK, NOHFELDEN 

URKUNDE UND 250 EURO

Anhängerschmuck aus Silber, grünen Achaten und Magneten

„Share your luck“ hat die Preisträgerin ihr Schmuckstück genannt, mit dem sie die Idee verwirklicht, einen Glücksbringer teilen zu können. „Im ersten Moment erscheint der Schmuckstück als klassische Kette in Form eines vierblättrigen Kleeblatts. Vier facettierte grüne Achate bilden gemeinsam das Kleeblatt und liegen auf einer vergoldeten Sonne, die Energie und Beständigkeit symbolisiert und sinnbildlich die einzelnen Talismane immer wieder ‚auflädt‘“, erläutert die Preisträgerin ihre handwerklich anspruchsvolle und gelungene Umsetzung des gestellten Wettbewerbsthemas. Jurorin Dr. Heide Rezepa-Zabel zeigte sich insbesondere von der Verbindung aus Gestaltung, Symbolik und Funktionalität beeindruckt: „Die Arbeit besticht durch ihre sehr ansprechende Farbwirkung und ihre reizvollen Kontraste. Besonders gut gelungen ist die mattierte Oberfläche der Sonne, die das Licht warm und strahlend reflektiert.“

„Das Besondere dieser Arbeit ist“ – wie die Preisträgerin erläutert –, „dass die einzelnen Kleeblätter magnetisch mit der Sonne verbunden sind, einzeln abnehmbar und neu getragen werden können, als Ohrringe, als Anhänger an der Kette, als Charm und alle Elemente so vorbereitet sind, dass sie direkt neu kombiniert werden können. Dadurch kann das Schmuckstück mit anderen Menschen geteilt werden und sie miteinander verbinden. Das Votum der Jury fiel einstimmig aus.

 

 

 

 

   BELOBIGUNG:

NIKLAS VAITL, TÜRKHEIM 

URKUNDE UND 250 EURO

Anhängerschmuck aus Silber, weißen und schwarzen Diamanten und einer Bronzemünze des Römischen Reichs

Eine fast 2000 Jahre alte Münze des Römischen Reichs steht bei diesem Talisman im Mittelpunkt. Der Preisträger berichtet davon, dass ein Freund seiner Familie ihm diese Münze mit den Worten schenkte, er solle daraus eines Tages ein besonderes Schmuckstück erschaffen. So wurde sie über Jahre hinweg sein persönlicher Glücksbringer, der ihn auch auf seinem Weg zum Goldschmied begleitete und für ihn zu einem Symbol für Beständigkeit, Freundschaft und den Mut, den eigenen Weg zu gehen, wurde. Die Vorderseite des Anhängerschmucks ist von einem Kranz weißer Diamanten umgeben, der für Licht, Hoffnung und die hellen Momente des Lebens steht. Die Rückseite, die von schwarzen Diamanten eingerahmt ist, symbolisiert Stärke, Ausdauer und die Herausforderungen, die jeder Lebensweg mit sich bringt. Der Preisträger ergänzt: Der Talisman verkörpert meine ganz persönliche Reise durchs Leben und spiegelt somit auch alle glücklichen und herausfordernden Momente wider.“ Jurymitglied Michael Seubert lobte die „handwerklich herausragende Umsetzung des gestellten Wettbewerbsthemas“ während Jurykollegin Gesa Hufmann „die Geschichte hinter diesem Stück überzeugend und spannend zugleich“ fand und die gute Tragbarkeit dieses Talismans, den der Preisträger mit „A Coin Trough Time“ überschrieben hat, lobte. Die Jury entschied einstimmig.

Fotos: CH-Photodesign Cornelia Heinz, Idar-Oberstein