„Flower Power“

50. Deutscher Schmuck- und Edelsteinpreis

DAS THEMA:

„Flower Power“ 

Aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums des Hauptwettbewerbes waren sowohl die Edelsteingestaltung als auch die Gestaltung eines Schmuckstücks aus Edelmetall und Edelsteinen erlaubt. Synthesen waren nicht gestattet. Perlen durften nur in Verbindung mit Edelsteinen verwendet werden.

 

 






   1. PREIS: CHRISTIAN LORENZ 
IDAR-OBERSTEIN, URKUNDE UND 4000 EURO

 

Drehbarer, zweiseitig tragbarer Anhängerschmuck aus teils geschwärztem Silber und Rotgold, Silberdraht, Silberobsidian, Bergkristall, Diamanten, Opal, diversen Turmalinen, diversen Achaten, Granat, Türkis, Citrin sowie Chrysopras, Naturkarneol und Onyx.

Nach intensiven Diskussionen entschied die Jury mehr heitlich, dieses Meisterwerk der Graveurs-, Gold- und Silberschmiedekunst mit dem 1. Preis auszuzeichnen. Der beidseitig tragbare Anhänger zeigt auf der einen, eher unscheinbaren Seite das mit Brillanten besetzte „Peace-Symbol“, während die andere Seite den Betrachter mit opulent verwendeten Farben und Formen begeistert. „Der männliche Löwe, ein Symbol von Kraft und Stärke (Power) in Verbindung mit Blüten und Federn – König der Hippies – steht im Mittelpunkt. Bewusst sind die Farben der Fassung gedeckt gehalten, um dem Löwen die ganze Strahlkraft zu überlassen. Sein blauer Blick aus der Blumen-Mähne heraus mahnt zum Respekt gegenüber allen Lebensformen. Das Peace-Zeichen steht als ewiges Symbol für Liebe, Frieden und gegenseitige Toleranz“, erläutert der Preisträger. Jury-Mitglied Vivienne Becker: „Dies ist ein wirklich dramatisches Stück mit einem hochverdienten Gewinner. Die Handwerkskunst ist ‚superb‘. Ich liebe die humorvolle Note, die Leichtigkeit und die dahinterstehende Idee, die Kraft des mit Blüten geschmückten Löwen zur Umsetzung des gestellten Themas ‚Flower Power‘ zu nutzen. Besonders überzeugt hat mich die zweifache Tragbarkeit als detailverliebtes und farbenprächtiges Hippie-Headband oder aber als schlichtes Peace-Symbol.“

 

   2. PREIS:
 
KENNETH LACOUR JONES, IDAR-OBERSTEIN, URKUNDE UND 2500 EURO 

Anhängerschmuck aus Silber (teils vergoldet, teils rhodiniert) mit pink, lila und gelben Saphiren sowie Colorit

„A peace of art“ hat Kenneth Lacour Jones seine Wettbewerbsarbeit genannt. Inspirieren ließ er sich von einem Foto, das 1967 während der Washingtoner Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg aufgenommen wurde. Es zeigt einen Mann, der eine Blume in den Gewehrlauf eines Soldaten steckt. „Nichts symbolisiert für mich stärker die Flower-Power-Bewegung und den Aufruf gegen den Krieg und für den Frieden. So wie diese Blume den Gewehrlauf verschloss, sollen meine Blumen die Patrone umschließen und davon abhalten, Schäden anzurichten.“ Erstaunt zeigt sich der Preisträger darüber, „wie viel Leidenschaft und Kreativität in die Entwicklung und den Bau von Massenvernichtungswaffen gesteckt werden. Wo könnten wir heute stehen, hätte man die gleiche Energie in Bildung, Kunst und das friedliche Zusammenleben investiert?“ Die Jurymitglieder Georg Hornemann und Guy Bedarida waren von dieser starken und zeitgemäßen Botschaft ebenso beeindruckt wie von der ausgezeichneten Umsetzung des Wettbewerbsthemas. Auch die vorzügliche handwerkliche Ausführung, bei der die verwendeten Materialien in einen spannenden Dialog miteinander treten, wurde gewürdigt. Die Jury entschied mit großer Stimmenmehrheit. 

 

   3. PREIS:
 
DR. CHRISTINA ECKERT-BRUMMET, INGOLSTADT, URKUNDE UND 1500 EURO

Ring aus Regenbogen-Andradit-Mineral, Rauchquarz, rosa Andenopal und geschwärztem Silber.

Im Mittelpunkt des Rings „Fuji“ steht das Regenbogen-Andradit-Mineral. Es stammt von der japanischen Insel Honshu, dem Standort des Fuji. Die Idee der Preisträgerin lautet: „Der Vulkan Fuji spuckt Gestein – und so thront der Andradit auf dem Krater. Die charakteristischen Seitenkrater wurden originalgetreu nach Luftbildaufnahmen in Rauchquarz graviert. Um den Schnee am Gipfel zu imitieren, ist der ausgehöhlte Rauchquarz hintermalt. Auch die Kirschblüten, die in Japan mit dem Hanami-Fest gefeiert werden, dürfen nicht fehlen – bei meinem Ring sind es rosafarbene, gravierte Opal-Blüten.“ Das Jury-Mit- glied Ramon Puig Cuyás zeigte sich begeistert von der spannenden Gegensätzlichkeit zwischen der Energie des herausgeschleuderten Vulkangesteins und der Zerbrechlichkeit der zarten Blumen. Die Jury sah das Wettbewerbsthema mit „Japanese Flower Power“ ungewöhnlich interpretiert und entschied mit großer Stimmenmehrheit.  

   BELOBIGUNG:

REGULA KILCHSPERGER, ZÜRICH, SCHWEIZ,URKUNDE UND 500 EURO

Ring aus Rotgold, teilweise schwarz rhodiniert, und Platin mit Mandarin-Granat sowie Turmalin-Cabochons.

Spontan äußerte sich Jury-Mitglied Mads Kornerup: „Flower Power – Power Flower, eine Farbexplosion. Sehr beeindruckend in der alles andere als sparsamen Verwendung von Edelsteinen und -metallen. Ein Schmuckstück, das beim Tragen glücklich macht.“ Für die Preisträgerin ist der Ring Ausdruck von Kraft und Lebendigkeit der Natur. Die robuste Struktur, das Gewicht und die kräftigen Farben bilden ein Schmuckstück, das „Power“ in sich trägt. Die Rotgoldfassungen der Turmalin-Cabochons sind partiell geschwärzt, um deren Formen hervorzuheben. Die Jury honorierte die ausgezeichnete Umsetzung des Wettbewerbsthemas, die perfekte handwerkliche Umsetzung und die überwältigende optische Wirkung des Rings und entschied mit großer Stimmenmehrheit.

   BELOBIGUNG:

MICHAEL M. DYBER, HEBRON, NEW HAMPSHIRE, USA, URKUNDE UND 500 EURO

Edelsteinobjekt aus Citrin.

„Mandala – Pathway to Meditation“ hat der Preisträger sein außergewöhnliches Edelsteinobjekt genannt. Jury-Mitglied Mads Kornerup lobte die Wirkung des vortrefflich geschliffenen und mit einer großartigen Tiefenwirkung versehenen Citrins. „In den ausgehenden 60er-Jahren, also in der Zeit der Hippie-Generation, war die Meditation ein wichtiges Mittel zur „Reise ins Innere“ und zur Selbstfindung. Wenn ich in das Innere des Citrins schaue, bekomme ich das Gefühl für eine andere Dimension“, so Kornerup. Die Jury konnte insbesondere mit der perfekten Edelsteinbearbeitung und -gestaltung, aber auch mit der gelungenen Umsetzung des Wettbewerbsthemas überzeugt werden und entschied auch hier mit großer Stimmenmehrheit. 

   BELOBIGUNG:

SUSANNE MÜLLER-OSTGEN, SONNENBERG-WINNENBERG, URKUNDE UND 500 EURO

Anhängerschmuck aus dreilagigem, dreifarbigem brasilianischen Achat, grünem Achat, Feueropal, Weißgold, Spezialmetallfarbe und schwarzen Lederbändern.

„Am Ende des Vietnam-Krieges propagierte die Hippiebewegung die Befreiung von sämtlichen Zwängen und bürgerlichen Tabus. Zum Zeichen für Frieden und Liebe schmückte sie sich mit Blumen und befreite ihre Gedanken mit Drogen. Diese Lebenseinstellung spiegelt sich in meinem Schmuckstück wider“, so die Preisträgerin über ihre Arbeit „Free your mind“. Jury-Mitglied Frank Frühauf: „Eine Arbeit, bei der alle Details aufs Feinste herausgearbeitet wurden und mit der das Wettbewerbsthema kompromisslos umgesetzt wurde.“ Jury-Kollege Guy Bedarida zeigte sich beeindruckt von der „unglaublichen“ Handwerkskunst und der provokativen Inszenierung des Themas „Flower Power“. Auch bei diesem kreativen und ästhetischen Schmuckstück fiel die Jury-Entscheidung mit großer Stimmenmehrheit.